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Johanna - ein Wartburg 353 als Nachwuchs
 

Mit Johann II: (Bj. 58) und Johann III. (Bj. 64) war eigentlich Alles geklärt. Nachdem ich meine Werkstatt beziehen konnte, sollte diesen Winter Johann III. für die HU fertig gemacht werden damit ich nächstes Jahr endlich wieder Warti fahren kann.

Aber das Angebot eines Wartburg-Freundes aus Dresden konnte ich nicht ausschlagen, und so gesellten sich zwei weitere Wartburg, ein 311 (Bj. 58) und ein Wartburg 353 (Bj. 72), in meine Sammlung.

Wartburg 353Der Name "Johanna" ward schnell gefunden und bei dem Traumhaften Zustand war klar: Johanna behalte ich!

Doch 4 Wartis sind nun echt zu viel. So entschied ich mich, Johann III. zu verkaufen und so lieber den 353 über den Winter fertig zu machen. Für Johann III hat sich auch recht schnell ein Fan aus Thüringen gefunden.

Gesagt getan, ich habe die letzten 4 Wochen überlegt, wie ich rangehe. Der 353 fährt super, Motor, Schaltung, Bremsen - alles okay. Die linke Gelenkwelle hatte ich schon gewechselt. Einen eingetragenen Vorbesitzer und seit 1990 stillgelegt. Allerdings schon einmal aufgearbeitet und 3 x lackiert.

Aber die (grottenschlechte) Garagenlackierung hat mich gestört, Unterbodenschutz ist auch keiner drauf und an einigen Stellen schimmerts schon wieder braun durch.

Heute früh wollte ich den Warti eigentlich mit einer Kippvorrichtung anheben, um drunter zu schauen und den Unterboden vorzubereiten.

In der Werkstatt jedoch - einen Topf Kaffe und eine Zigarette später - fiel die Entscheidung: Ganz oder Garnicht!

Also losgelegt und dieScheidung vorbereitet. Als allererstes ordentlich Kisten und Kleinteilkästen beschriftet und bereit gestellt. Dank des guten Zustandes gab es keine verotteten Schrauben und so ging die Demontage leicht von der Hand. Da ich keinen Kran oder eine Bühne zur Verfügung habe, sollte die Karosse zur Scheidung so leicht wie möglich sein.

  • Motor- und Kofferaumhaube demontiert
  • Türen demontiert
  • Sitze ausgebaut
  • Scheiben ausgebaut
  • Tank entleert und ausgebaut
  • Stoßstange und Leuchten hinten demontiert
  • Hängerkupplung abgebaut
  • Kotflügel hinten demontiert
  • Frontteil abgebaut
  • vordere Stoßstange abgebaut
  • Elektrik vorne zurückgebaut
  • Wasser und Bremsflüssigkeit abgelassen
  • Luftfilter und Heizungsschläuche demontiert
  • Kotflügel vorn abgebaut
  • Lenksäule und Schaltung gelöst
  • Massekabel abgeschraubt
  • Wärmetauscher abgebaut
  • Pedalblech ausgebaut
  • versucht, Handbremse abzubauen
  • Befestigungen Karosserie gelöst

 

Insgesamt heute rund 6 Stunden geschraubt, ist wesentlich einfacher, als einen 311er zu zerlegen, bei Johann II hab ich mit jeder Schraube gekämpft und öfter die Flex zücken müssen.

Bis auf die Handbremse, wo ein Bolzen fest sitzt wie angeschweißt, hatte ich keine Probleme. Hätte ich den Bolzen losbekommen, so hätte ich noch Scheidung feiern können. So hab ich den Bolzen mit WD40 eingesprüht und versuche morgen mein Glück noch einmal.

Bei der Demontage zeigte sich, das die Entscheidung für eine Komplettzerlegung goldrichtig war. An mehreren Ecken will sich die braune Pest breitmachen und die Gummis und Buchsen des Fahrwerkes sehen auch nicht wirklich vertrauenderweckend aus. Doch das Fahrgestell wird später nochmal inspiziert. An der Frontscheibe zeigte sich eine abgeplatze Stelle, hätte eh rausgemusst.

Der Zustand der Karosserie ist wirklich super, nichts was sich nicht mit Schleifen und Rostvorsorge beheben lässt. Schweißarbeiten sind nicht erforderlich, es gibt keinen großflächigen Rost oder gar Durchrostungen. An einigen Stellen wurden vom Vorbesitzer bereits Reparaturbleche eingestzt, sehr sauber und ordentlich geschweißt und behandelt.

Der Originallack (Karminrot) wurde schon einmal überlackiert, danach kam hellblau an die Reihe. Das kommt Alles runter, ich werds auf die konventionelle Weise mit Heißluft und Spachtel sowie Negerkeks machen.

Den Rest zeigen die Fotos.

 
 
 
Sonntag, 22. November 2009 19:15 967
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